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Monatsarchiv für Oktober 2008

Mehr Übernachtungen ausländischer Gäste im Land

Montag, den 27. Oktober 2008

Laut jüngster Studie des Statistischen Bundesamtes schrieben alle Bundesländer in den ersten sieben Monaten dieses Jahres im Vergleich zu 2007 gestiegene Übernachtungszahlen.
Während der Bundesdurchschnitt bei 5,5 Prozent liegt, platzierte sich Mecklenburg-Vorpommern mit rund 13 Prozent (12,9) Zuwachs vor Nordrhein-Westfalen mit zwölf Prozent und Sachsen-Anhalt mit 10,8 Prozent. Dank verstärkten Werbens um ausländische Urlauber konnte Mecklenburg-Vorpommern somit zwischen Januar und Juli 2008 insgesamt knapp 500.000 (494.000) Übernachtungen ausländischer Gäste für sich verbuchen.
„Ich gehe davon aus, dass wir damit in diesem Jahr die 2007 erreichten 754.000 Übernachtungen ausländischer Gäste deutlich übertreffen”, resümierte Mathias Löttge, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. In der gezielten Weiterentwicklung des Landes als attraktives Reiseziel für ausländische Gäste wolle man im Jahr 2010 die Eine-Million-Marke knacken. „Wenn wir in Qualität und Quantität weiter zulegen wollen, müssen wir uns weiter außerhalb Deutschlands engagieren“, erklärte der Verbandspräsident.
Insbesondere Touristen aus Skandinavien, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz wolle man zunehmend erreichen. Schon in diesem Jahr verzeichnete die Statistik deutlich mehr Besucher aus diesen Ländern. So besuchten den Nordosten 35,6 Prozent mehr Polen (31.450 Übernachtungen), 21,3 Prozent mehr Niederländer (95.704 Übernachtungen) und 14,7 Prozent mehr Dänen (71.917 Übernachtungen) als im Vorjahr. „Aber auch Touristen aus Großbritannien, Belgien, weiteren Ländern des Ostseeraums oder perspektivisch auch aus Nordamerika und Asien sollten wir versuchen für die Schönheiten Mecklenburg-Vorpommerns zu begeistern“, sagte Löttge. Entsprechende Marketing-Strategien sollen den Trend in den kommenden Jahren vorantreiben. Auch sprachlich, im interkulturellen Umgang und im Service müsse man zulegen.
Im G8-Jahr 2007 konnte der Tourismusverband sein Auslandsmarketing mittels erhöhter finanzieller Unterstützung durch das Land bereits verbessern. So wurden in diesem Jahr individuelle Broschüren für zunächst fünf visierte Auslandsmärkte erstellt. Vor allem in Skandinavien startete Mecklenburg-Vorpommen inzwischen mehr Werbeaktionen. Vertreter der Tourismusorganisationen aller Ostseeländer kamen auf Ruf Mecklenburg-Vorpommerns am 1. und 2. Oktober 2008 erstmals zum Ostsee-Tourismus-Gipfel in Rostock zusammen.

Barrierefreise Urlaubsland

Dienstag, den 14. Oktober 2008

Barrierefreier Tourismus” heißt das neue Qualitätssiegel des Landestourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern.
Im September dieses Jahres konnten sich 40 Unternehmen des Landes für die drei Jahre gültige Auszeichnung qualifizieren. “Wer das Siegel trägt, verspricht eine grundsätzliche Eignung seines Hauses für mobilitäts- und sinnesbehinderte Menschen”, versicherte Verbandspräsident Mathias Löttge.
Dazu machten sich die Unternehmensspitzen sowie die Service-Mitarbeiter der jeweiligen Hotels, Familienferienstätten, Restaurants und Freizeiteinrichtungen in gezielten Schulungen unter der Leitung des Rostocker Aus- und Fortbildungszentrums Schifffahrt und Hafen mit den Bedürfnissen behinderter Menschen vertraut. Dabei setzt das neue Qualitätsmanagement auf richtige Ansprache, entsprechende Angebote und Marketing im barrierefreien Tourismus als auch auf die Gewährleistung technischer Standards wie ausreichende Türbreiten, ertastbare Zimmernummern, audiovisuelle Alarmsignale und erreichbare Badarmaturen. Als fachlicher Partner nahm der Verein “Ohne Barrieren”, unter Vorsitz von Ralf Grabow, an der Auszeichnungsveranstaltung teil.
Gemäß einer aktuellen Statistik reisen bis zu 60 Prozent der 8,9 Millionen in Deutschland lebenden behinderten Menschen. “Es fehlt an vernetzten Angeboten, die von der Information über die Buchung und die An- und Abreise bis hin zu Freizeitaktivitäten reichen”, schlussfolgert Mathias Löttge aus der Anfang September 2008 veröffentlichten Studie “Barrierefreier Tourismus für alle in Deutschland” des Bundeswirtschaftsministeriums.
Neben Menschen mit Behinderung sollen zukünftig auch Ältere und Reisende mit schwerem Gepäck sowie werdende Mütter und Familien mit Kleinkindern von barrierefreien Angeboten profitieren. Den barrierefreien Tourismus betrachtet Löttge als ein großes Thema der Zukunft, schließlich gäbe es nur noch wenige wachsende touristische Zielgruppen.
Nach jüngsten Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen rangiert Mecklenburg-Vorpommen nach Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf dem vierten Platz der Beliebtheitsskala mobilitätseingeschränkter Menschen. Gegenwärtig verfügt das Land bereits über 1.600 rollstuhlfahrergerechte Betten. Zudem sind fast alle regionalen Natur- und Nationalparkinformationszentren sowie rund 60 Prozent der Tourismus- oder Stadtinformationsbüros barrierefrei. Auch zwei von drei Kirchen im Land und 31 von 190 Museen zeigen sich frei von Hindernissen. Ferner können neun der etwa 50 Ausflugsschifffahrtslinien von Rollstuhlfahrern problemlos in Anspruch genommen werden. Alle neuen geförderten touristischen Objekte werden Mathias Löttge zufolge barrierefrei gebaut.
In einer zweiten Zertifizierungsrunde möchte der Tourismusverband weitere 40 Unternehmen mit dem Gütesiegel prämieren, welche sich in einem 2009 erstmals erscheinenden Landeskatalog für barrierefreies Reisen wiederfinden werden. Überdies wird das Reiseland Mecklenburg-Vorpommern im kommenden Jahr erstmals auf der internationalen Fachmesse für Menschen mit Behinderungen “Rehacare” in Düsseldorf präsent sein.