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Barrierefreise Urlaubsland

Barrierefreier Tourismus” heißt das neue Qualitätssiegel des Landestourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern.
Im September dieses Jahres konnten sich 40 Unternehmen des Landes für die drei Jahre gültige Auszeichnung qualifizieren. “Wer das Siegel trägt, verspricht eine grundsätzliche Eignung seines Hauses für mobilitäts- und sinnesbehinderte Menschen”, versicherte Verbandspräsident Mathias Löttge.
Dazu machten sich die Unternehmensspitzen sowie die Service-Mitarbeiter der jeweiligen Hotels, Familienferienstätten, Restaurants und Freizeiteinrichtungen in gezielten Schulungen unter der Leitung des Rostocker Aus- und Fortbildungszentrums Schifffahrt und Hafen mit den Bedürfnissen behinderter Menschen vertraut. Dabei setzt das neue Qualitätsmanagement auf richtige Ansprache, entsprechende Angebote und Marketing im barrierefreien Tourismus als auch auf die Gewährleistung technischer Standards wie ausreichende Türbreiten, ertastbare Zimmernummern, audiovisuelle Alarmsignale und erreichbare Badarmaturen. Als fachlicher Partner nahm der Verein “Ohne Barrieren”, unter Vorsitz von Ralf Grabow, an der Auszeichnungsveranstaltung teil.
Gemäß einer aktuellen Statistik reisen bis zu 60 Prozent der 8,9 Millionen in Deutschland lebenden behinderten Menschen. “Es fehlt an vernetzten Angeboten, die von der Information über die Buchung und die An- und Abreise bis hin zu Freizeitaktivitäten reichen”, schlussfolgert Mathias Löttge aus der Anfang September 2008 veröffentlichten Studie “Barrierefreier Tourismus für alle in Deutschland” des Bundeswirtschaftsministeriums.
Neben Menschen mit Behinderung sollen zukünftig auch Ältere und Reisende mit schwerem Gepäck sowie werdende Mütter und Familien mit Kleinkindern von barrierefreien Angeboten profitieren. Den barrierefreien Tourismus betrachtet Löttge als ein großes Thema der Zukunft, schließlich gäbe es nur noch wenige wachsende touristische Zielgruppen.
Nach jüngsten Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen rangiert Mecklenburg-Vorpommen nach Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf dem vierten Platz der Beliebtheitsskala mobilitätseingeschränkter Menschen. Gegenwärtig verfügt das Land bereits über 1.600 rollstuhlfahrergerechte Betten. Zudem sind fast alle regionalen Natur- und Nationalparkinformationszentren sowie rund 60 Prozent der Tourismus- oder Stadtinformationsbüros barrierefrei. Auch zwei von drei Kirchen im Land und 31 von 190 Museen zeigen sich frei von Hindernissen. Ferner können neun der etwa 50 Ausflugsschifffahrtslinien von Rollstuhlfahrern problemlos in Anspruch genommen werden. Alle neuen geförderten touristischen Objekte werden Mathias Löttge zufolge barrierefrei gebaut.
In einer zweiten Zertifizierungsrunde möchte der Tourismusverband weitere 40 Unternehmen mit dem Gütesiegel prämieren, welche sich in einem 2009 erstmals erscheinenden Landeskatalog für barrierefreies Reisen wiederfinden werden. Überdies wird das Reiseland Mecklenburg-Vorpommern im kommenden Jahr erstmals auf der internationalen Fachmesse für Menschen mit Behinderungen “Rehacare” in Düsseldorf präsent sein.

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