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Blütezeit statt Krisenstimmung: MV fährt touristischen Rekordkurs

Der Finanzkrise zum Trotz verzeichnet das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern im bundesdeutschen Vergleich die höchsten Übernachtungszuwächse. Entgegen der restdeutschen Bilanz kletterte das nordöstliche Bettenbarometer im ersten Jahreshalbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent.
Während die meisten deutschen Ferienregionen Einbußen von durchschnittlich minus zwei Prozent hinnehmen müssen, lag die durchschnittliche Bettenauslastung Mecklenburg-Vorpommerns im Juli und August bei gut 80 Prozent. Der leichte hochsommerliche Aufschwung in den beiden Kernmonaten knackte die Rekordmarke von 10,9 Millionen Übernachtungen. Das ergab eine Umfrage des Tourismusverbandes unter 620 touristischen Unternehmen. „Mit hohem Einsatz und guter Qualität hat die Branche den Erfolg förmlich erzwungen“, begründete Jürgen Seidel, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes, den positiven Trend. Knapp ein Viertel der Befragten gaben eine Steigerung der Bettenauslastung im Vergleich zu 2008 an, drei Viertel der Unternehmen erwarten die gleichen oder etwas bessere Umsatzzahlen, während die Hälfte der Befragten keine Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf das touristische Geschäft angibt. Nur ein Drittel bestätigt leicht negative Effekte der wirtschaftlichen Situation.
„Mecklenburg-Vorpommern ist eines derjenigen Bundesländer, die den Inlandstourismus durch die Krise tragen“, sagte die Landtags- und Tourismusverbandspräsidentin Sylvia Bretschneider. „Das Land hat Zuwächse erzielt, weil die Gewinne beim Erholungstourismus die Verluste in Bereichen wie dem Geschäftstourismus mehr als ausgeglichen haben“, erklärte Frau Bretschneider. Als eines der populärsten Ferienziele Deutschlands verbuchte Mecklenburg-Vorpommern einen beinahe konstanten Anstieg der Bettenanzahl um 1,1 Prozent. Nicht zuletzt aufgrund der diesjährigen Bundesgartenschau in Schwerin verzeichnet das mecklenburgische Landesinnere im Umkreis der Landeshauptstadt den stärksten Zuwachs. Der jüngsten Gästebefragung (Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus) unter mehr als 2.500 Teilnehmern zwischen Mai 2008 und April 2009 zufolge ernteten die Kriterien „Wiederbesuchsabsicht“ und „Gesamtzufriedenheit“ eine verbesserte Bewertung (jeweils Schulnote 1,7).
Zur Aufrechterhaltung der positiven Bilanz plant der Tourismusverband in Zusammenarbeit mit dem Tourismusministerium und mit touristischen Unternehmen aus dem Land für die kommenden Monate eine Marketing-Herbstkampagne mit dem Schwerpunkt Kurz- und Städtereisen, Wellness und Gesundheitsurlaub. „Damit und mit dem Marketing im Jahr 2010 wird es in erster Linie darum gehen, Neukunden aus Regionen und Ländern wie Baden-Württemberg, Bayern, der Schweiz und den Niederlanden zu gewinnen“, verriet Sylvia Bretschneider. „Um die Belange des Tourismus in der Ostsee-Region besser zu vertreten und die vorhandenen internationalen Entwicklungspotenziale stärker auszuschöpfen“ versicherte Jürgen Seidel zudem die weitere Konzentration auf die in Mecklenburg-Vorpommern initiierte Kampagne zur stärkeren touristischen Zusammenarbeit im Ostseeraum.

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