Seit dem 4. Juli ist Mecklenburg-Vorpommern um einen Superlativ reicher: Pünktlich zum Beginn der Sommerferien im Nordosten hat die längste Jugendherberge der Welt ihre Pforten geöffnet.
Das Mammutprojekt im 4,5 km langen KdF-Bau („Kraft durch Freude“) in Prora auf Rügen bietet fortan 400 jungen Gästen Platz.
„Die Eröffnung der Jugendherberge ist ein Schritt in die Zukunft für eine der am meisten diskutierten Immobilien Deutschlands. An einem historisch und baulich schwierigen Standort soll die Vision internationaler Jugendbegegnung modern umgesetzt werden. Dies kann ein Meilenstein für Binz und Prora selbst, für den Tourismus auf der Insel Rügen und auch für die weitere Entwicklung des Kinder- und Jugendtourismus in Mecklenburg-Vorpommern sein“, kommentierte Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landtages und des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, das Ereignis.

Die Jugendherberge Prora in Block 5 selbst misst eine Länge von 150 m und zählt knapp 100 Zimmer (davon 16 rollstuhlgerechte) mit jeweils zwei, vier oder sechs Betten. Vorhanden sind ebenfalls 16 rollstuhlgerechte Zimmer sowie sieben Tagungsräume.
„Die Chance, diesem grauen Koloss neues, junges Leben einzuhauchen, war für uns einmalig“, sagte Thomas Kohler, Präsident des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Jugendherbergswerkes, während der Eröffnungsveranstaltung. Die „Kombination aus direkter Strandlage und vielfältigem Erlebnisprogramm mit der Aufarbeitung der komplexen Vergangenheit“ mache Prora zu einer außerordentlichen Unterkunft und internationalen Begegnungsstätte, meinte Kohler.
Entsprechend richte sich das neue Gästehaus am Ostseestrand an der Prorer Wiek nicht nur an Jugendliche aus Deutschland, sondern begrüße überdies junge Individualreisende aus dem Ausland. Bisher bestimmte der Kinder- und Jugendtourismus mit durchschnittlich 2,8 Millionen Übernachtungen pro Jahr zu rund 10 Prozent den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern.
Der 2008 ebenfalls vom Deutschen Jugendherbergswerk eröffnete Jugendcampingplatz Prora mit 250 Stellplätzen für bis zu 1.000 Gäste trug seither maßgeblich zum Jugendtourismus auf Rügen bei.
Als zertifizierte Familien- und Umwelt-Jugendherberge ist die einzigartige Unterkunft an der Ostsee jedoch auch für junge Familien attraktiv. In Zusammenarbeit mit diversen Partnern setzt das Jugendherbergswerk auf die Verknüpfung von Urlaub und Bildung. So lädt das Prora Zentrum e. V. zu Rundgängen, Ausstellungen und Worksshops zum Thema der NS-Zeit und zur DDR-Vergangenheit des monumentalen Gebäudekomplexes ein.
Unterstützt wird die Vermittlungsarbeit der Jugendherberge und des Jugendzeltplatzes durch das Regionalzentrum für demokratische Kultur Nordvorpommern-Rügen-Stralsund.