An der Europäischen Route der Backsteingotik nahe der Hansestadt Rostock überwältigt die Kirche des ehemaligen Doberaner Zisterzienserklosters mit außerordentlicher architektonischer Perfektion. Die Kombination zisterziensischer Einfachheit und Strenge mit moderneren Bauelementen machen die sogenannte Perle der norddeutschen Backsteingotik - das Doberaner Münster - nicht nur zur Stätte feierlicher Gottesdienste, atmosphärischer Trauungen und stimmungsvoller geistlicher Konzerte, sondern auch alljährlich zur Sehenswürdigkeit für hunderttausende Besucher.
Schlicht und zugleich erhaben präsentiert sich das sakrale Meisterwerk den staunenden Augen, in Szene gesetzt vom Lichteinfall durch die Obergadenfenster bzw. vom goldenen Licht der Abendsonne durch das gewaltige Westfenster.
Im Jahre 1171 gegründet, entwickelte sich das Zisterzienserkloster im Mittelalter zum bedeutendsten Kloster Mecklenburgs und hatte als landesfürstliche Hauptgrablege nicht nur höchste politische und historische Bedeutung, sondern prägte auch die landeskulturelle und ökonomische Entwicklung der Region. Trotz Reformation und Auflösung des Klosters im Jahre 1552 wurde die Kirche weiterhin als Grablege der landesherrlichen Familie und Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde genutzt.
Den mächtigen Status des Klosters reflektiert noch heute die kostbare Innenausstattung der Klosterkirche. So besitzt die hochgotische Pfeilerbasilika die reichste mittelalterliche Ausstattung aller norddeutschen Kirchen als auch aller Zisterzienserklosterkirchen Europas.
Besonders hervorzuheben sind dabei der Hochaltar, der monumentale Lettner-Kreuzaltar, der Kelchschrank, der Mühlenaltar, der Leuchter mit spätromanischer Marienfigur und die Grabplatte der dänischen Königin Margarethe Sambiria.
Künstlerisch nicht minder eindrucksvoll sind diverse nachklösterliche Ausstattungsstücke wie Fürstengrablegen aus Renaissance und Barock, die neogotische Kanzel, die Ahnengalerie und Epitaphien.
Als Nachfolgebau einer im Jahre 1232 geweihten und während eines Brandes 1291 teilweise zerstörten romanischen Kirche, zeugen noch heute Fragmente des romanischen Portals, Stufengiebels und Kleeblattbogenfrieses in der Westfassade von der ersten Bauperiode. Bereits im späten 19. Jahrhundert umfassend restauriert, finden seit Ende des 2. Weltkrieges immer wieder Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen statt.